Es gibt verschiedenste Typen, die Wichtigsten und ihre Eigenschaften sind

Stockanker
Ältester noch verwendeter Anker, geringerer Wirkungsgrad als andere Anker, aber bei entsprechendem Gewicht gut auf hartem Sand, Seegras, steinigem Grund und Schlick.

Pflugschar-Anker (CQR-Anker)
Gut auf Sand und festem Schlick, schlecht bei Seegras, Schotter und felsigem Untergrund. Lässt sich leicht Ausbrechen (Schwoien) fast aber schnell wieder.

Bruce-Anker
Sonderform des Pflugscharankers mit zwei seitlichen Flunken und starrem Schaft.
Danforth (Plattenanker)
Gut haltend auf Sand, Schlick, Kies und festem Lehm. Gute Haltekraft bei geringem Gewicht. Zusammenlegbar und daher gut verstaubar, deshalb wird er gern als Zweitanker verwendet.
Draggen
Klapp-, Schirm-, oder Umsteck- Draggen halten auf Felsen, Geröll, Korallen und verkrautetem Grund gut, schlecht auf weichem oder sandigem Grund.

Kette
Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen darüber, wie stark und lang, ob, mit oder ohne, Ankerleine (Trosse). Wir empfehlen für ein 12m Schiff, 8-10 mm Kettenstärke und ca. 60m Länge. Um die Länge einer Kette im Wasser zu bestimmen, ist es nützlich in Abständen von 10 Metern, farbige Markierungen anzubringen (Kabelbinder, Farbe etc.).
Die Ankerkette soll am Schiff mit einer leicht lösbaren Verbindung befestigt werden um sie im Notfall schnell lösen zu können.

Das Ankergeschirr
Das Ankergeschirr besteht aus Anker, Kette, Trosse, Winsch, Ankersicherung, Kettenrolle und Kettensicherung. Ankerwinsch
Sie ist über oder im Ankerkasten montiert (elektrischer oder manueller Antrieb). Die elektrische Ankerwinsch sollte wegen des hohen Stromverbrauchs nur bei laufendem Motor benutzt werden. Zur manuellen Bedienung wird ein Ankerstock (Spillspake) verwendet.

Ankersicherung
Sichere Lagerung des aufgeholten Ankers.

Ankerkasten
Nimmt Ankerkette und Anker auf.

Ankerboje
Eine Ankerboje bezeichnet den Ort wo der Anker gefallen ist, sie wird mit einer Leine deren Länge der Wassertiefe entspricht, am Anker befestigt. An der Boje kann man ein Versetzen des Ankers gut beobachten.

 

Richtiges Ankern

Entscheidende Bedeutung für ein sicheres Ankern haben der Ankerplatz, der Ankergrund, der Anker selbst, die Kettenlänge, die Windrichtung und der Seegang.

Der Ankerplatz sollte Schutz vor Wind und Welle bieten, auch eventueller Schwell muss berücksichtigt werden.
Am besten eignen sich vor Wind und Welle geschützte Buchten.

Der Ankergrund
Sand ist ideal der Anker muss sich fest eingraben können. Kleine Steine oder Schotter sind ebenfalls ausreichend. Muschelgrund ist kein besonders guter Ankergrund, aber besser als Fels. Weicher Boden (Schlick) ist gut, aber schwere Anker saugen sich fest und sind daher schwierig aufzuholen. Steine oder Felsen sind als Ankergrund ungeeignet, wenn der Anker hält ist er kaum wieder zu lösen.
Schlamm, Seegras, Schlingpflanzen, Seetang und Fels sind gänzlich ungeeignet.

Der richtige Anker zum richtigen Ankergrund (Pfugscharanker = Sand fester Schlick) Den Anker gut festfahren. Die Kettenlänge je nach Wassertiefe und Untergrund abstimmen, bei gutem Ankergrund 2-3 fache Wassertiefe besser zuviel als zuwenig Kette geben. Vor allem bei Wind oder Welle. Die Windrichtung und Stärke oder der Seegang ändert sich oft innerhalb kürzester Zeit, deshalb immer einen genügend großen Schwoiradius (Uferabstand) berücksichtigen.

Ankermanöver
Am besten gegen den Wind zu der Position laufen, an der der Anker gesetzt werden soll. Abstoppen. Sobald alle Fahrt aus dem Boot ist, Anker fallen lassen. Hat der Anker und ein guter Teil der Kette, die gestreckt werden soll, sicher den Grund erreicht Fahrt Achteraus aufnehmen. Sobald der Anker greift, bei langsamer Fahrt übers Heck (um den Anker nicht wieder auszubrechen) den Rest der Kette, der für ein sicheres Ankern notwendig ist nachgeben.

Eine Nachtwache (Ankerwache) kann unter Umständen notwendig sein.

 

Erhöhung der Haltekraft des Ankers

Mehr Kette hält mit seinem Eigengewicht den Ankerschaft auf Grund und erhöht durch mehr Reibung die Haltekraft. Ein Ankergewicht oder Reitgewicht wird an der Kette 4-10m vom Anker entfernt befestigt. Als Reitgewicht kann man alles Mögliche verwenden das gerade zur Hand ist und ausreichend schwer (ca. 10kg oder mehr) ist, z.B. Metallteile, Steine in einem Sack, etc.

Verkatten nennt man, wenn vor dem Anker ein zweiter Anker gesetzt wird. Der Hilfsanker (Kattanker) wird an einer Kette am Kreuz des Hauptankers befestigt. Der Kattanker hält den Hauptanker auf Grund. Beide Anker haben so eine wesendlich höhere Haltekraft, als mit nur einem Anker.

Beim Vermuren wird ein zweiter Buganker an einer eigenen Kette ausgebracht. Zwei Buganker erzielen mehr Haltekraft als ein einzelner Anker und verringern den Schwoikreis. Die beiden Ketten sollen in einem Winkel von ca. 30-45° ausgebracht werden und ungleich lang sein, um ein verhaken des Geschirrs zu vermeiden. Stromankern dabei werden zwei Buganker in entgegen gesetzter Richtung ausgebracht, um beim kentern des Stroms ein Abtreiben zu verhindern. Die zweite Kette wird so an der ersten befestigt, dass das Schiff ungehindert über die Leekette schwoien kann.

Besondere Ankermanöver

Eine Landleine manchmal auch eine zweite wird gelegt bei stark drehenden Winden, um ein Schwoien des Schiffes zu verhindern (wenig Platz oder starke ablandige Böen).

Steiler Grund verlangt ein besonderes Manöver. Ca. 15m Kette strecken und in Achterausfahrt der Steilküste nähern bis der Anker greift, dann soviel Kette strecken bis das ausbringen der Landleine möglich ist. Landleine am besten vorher mit dem Beiboot an Land festmachen und mit dem Dingi zum Boot bringen.

Notankern bei Gefahr von Legerwall. Fast die ganze Kette rauslassen, wenn der Anker greift, langsam soviel Kette als möglich nachgeben.

Rechtzeitig Ankerplatz verlassen, wenn sicheres Ankern nicht mehr möglich ist (Welle und/oder Wind). Kann dabei der Anker nicht rechtzeitig eingeholt werden, einen Fender an der Kette befestigen, und später abholen.