Mast und Baum

                  

Der Mast mit seinen festen und beweglichen Spieren und das stehende Gut bilden zusammen das Rigg, auch Takelage genannt. Spieren sind alle Rundhölzer (also Groß-, Besan-, Fock-, Spinnakerbaum und die Salinge). Die Salinge dienen zum Abspreizen der Wanten. Ursprünglich waren Masten, Bäume, Spieren und Salinge aus Vollholz, dann folgten verleimte Hohlmasten und Anfang der siebziger Aluminium. Der Mast kann an Deck, dem Kajütdach oder in einer Mastspur die auf dem Kiel sitzt stehen. Auf dem Mast sind je nach Erfordernis die unterschiedlichsten Instrumente installiert.( Verklicker, Windmesser, Radar, Funk etc.).

Für Masten und Bäume werden heute die unterschiedlichsten Profile verwendet: runde, tropfenförmige, flache um die Flexibilität von Mast und Baum aufeinander abzustimmen. Beide haben auf einer Seite eine Hohlkehle, Keep oder Nut in die das Segel eingezogen wird. Lümmel nennt man die Verbindung zwischen Mast und Baum. Diese Verbindung muss beweglich sein.

Das stehende Gut dient zur Absteifung und Abstützung des Mastes. Es ist üblicherweise aus Stahldraht. Stage ist eine Absteifung in Längsrichtung (Kutter-, Vor-, Baby-, Trimm-, Jump- oder Achterstag). Wanten sind die Absteifungen in Querschiffrichtung (Topp-, Ober-, Mittel- und Unterwant). Auch das Backstag ist ein Want. Es wird aber kaum noch gefahren. Genickstag ist die Verbindung zwischen den Toppen zweier Masten (z. b. Groß und Besan).

Eine Abstagung erfolgt überall dort wo unter dem Druck oder Zug der Segel sich der Mast verwindet. Je größer der Winkel von Want zum Mast umso wirksamer ist die Verstagung. Um auf der begrenzten Fläche des Decks einen möglichst großen Winkel (abstand zum Mast) zu erreichen werden die Wanten durch Salinge vom Mast abgespreizt.

Über Wantenspanner ist das stehende Gut mit den Püttings oder Rüsteisen verbunden. Püttings stellen die Verbindung zwischen Rigg und Rumpf her und leiten die auftretenden Kräfte in den Rumpf ein. Mit Wantenspannern wird das stehende Gut so gespannt das die Leewanten auf Am-Wind Kurs nicht erkennbar lose sind aber sich trotzdem nicht gespannt anfühlen.

Das laufende Gut

 

Das laufende Gut besteht aus beweglichem Tauwerk das Setzen eines Segels, einer Flagge oder zum Dichtholen verwendet wird.

Fallen (das Fall) dient zum setzen (hochziehen) eines Segels. Sie verlaufen meist unsichtbar im inneren des Mastes und werden über Rollen umgeleitet. Mit den Schoten wird die Stellung des Segels zum Wind eingestellt (Großschot, Fockschot, Spinnakerschot) .

Streckertaljen bringen Spannung ins Segel (Halsstrecker Unterliekstrecker). Der Baumniederholer verhindert ein Steigen des Baumes auf achterlichen Kursen und ein Verwinden des Segels. Die Dirk hält den Baum und verhindert das der Baum beim Segelbergen auf Deck schlägt. Sie verläuft wie ein Fall im inneren des Mastes.