Holz ist das klassische Baumaterial der Menschheit. Es vereinigt Festigkeit, lange Lebensdauer, gute Verarbeitungsmöglichkeiten und Isoliereigenschaften. Holz hat aber auch Nachteile, es arbeitet unter Einwirkung von Feuchtigkeit und ist anfällig auf Fäulnis. Bis in die Neuzeit war Vollholz der Bootsbaustoff. Heute wird bei Yachtneubauten Sperrholz verwendet. Kochfest und verleimt, in mehreren Schichten von Furnieren aufgebaut, können diese Platten kaum noch schrumpfen, schwellen oder sich verziehen. Ein sorgfältig gebautes Sperrholzboot bleibt immer dicht.

Stahl ist zehnmal so schwer wie Holz, seine Festigkeit ist aber wesendlich größer, daher kann die Außenhaut viel dünner sein als bei einem Holzboot. Nachteilig ist, dass Stahl die Kondenswasserbildung fördert und Rostanfällig ist. Aluminium verbindet die Vorteile der Stahlbauweise mit großer Leichtigkeit. Bei unsachgemäßer Verarbeitung kommt es zu starker galvanischer Korrosion. Leider sind Material und Verarbeitung sehr teuer. Ferrozement oder Stahlbeton eignet sich ausgezeichnet für feste und unempfindliche Rümpfe. Leider ist Beton auch sehr schwer.

 

Glasfaserverstärktes Kunstharz (GFK):

Kunstharze haben alleine nicht die benötigte Festigkeit. Erst in Verbindung mit Glasfaser (Laminat) ergibt sich ein für den Bootsbau geeignetes Material. Es ist heute das am meisten verwendete Bootsbaumaterial. Die verwendeten Harze sind ungesättigtes Polyester (UP), Vinylester und Epoxit. Die besten Eigenschaften hat Epoxit. Es ist aber auch am teuersten und am schwierigsten zu verarbeiten. Daher wird im Yachtbau überwiegend Polyester verwendet. Glasseidenmatten bestehen aus wahllos zu Matten verklebten Glasfasern. Mit ihnen erreicht man durch den niedrigen Fasergehalt nur geringe Festigkeit. Rovinggewebe sind verflochtene Glasseidenstränge. Sie ermöglichen Laminate mit weniger Harzanteil, was zu höheren Festigkeitswerten führt. Durch die bidirektionale und unidirektionale Belastungsrichtung der Gewebe lassen sich die Fasern auf die voraussichtlichen Lasten ausrichten. Prepegs sind mit Harz und Härter vorimpregniert. Zu ihrer Verarbeitung sind allerdings sehr hohe Temperaturen und Pressdrücke erforderlich. Kohlenstofffaser (Carbon) hat eine wesentlich höhere Festigkeit als Glasfaser, allerdings ist die Punktbelastbarkeit geringer. Deshalb wird Carbon mit Glasfaser oder Kevlar kombiniert (Hybridgewebe). Kevlar ist eine Aramidfaser und weist von allen Fasern die höchste Bruchfestigkeit auf. Bei Verarbeitung mit Epoxit ergeben sich extrem schlagfeste und leichte Laminate, die hauptsächlich in stark belasteten Bereichen eingesetzt werden.

Bauart und Teile


Die Bauteile eines Schiffes und ihre Bezeichnung sind bei allen Baumaterialien (Holz, Stahl, GFK) fast gleich. Am vollständigsten lassen sie sich am Beispiel der Holzbauweise beschreiben.

Der Kiel ist das Rückrad eines Schiffes und wird mit dem Vor- und Achtersteven verbunden. Die Spanten werden im Dampf geformt und auf dem Kiel aufgestellt. Sie bilden das Gerippe eines Schiffes. Die Mallen sind Spantschablonen aus Holz oder Stahl. Die Senten sind lange, biegsame Holzlatten. Sie legen die Form der Außenhaut fest. Bodenwrangen steifen den Schiffsboden aus. Sie verbinden Back- und Steuerbordspant fest mit dem Kiel. Stringer sind Längsverbindungen, die von Bug bis Heck durchlaufen, und mit jedem Spant verbunden werden. Der Balkweger verbindet die Spanten in Längsrichtung und dient zur Auflage der Decksbalken. Diese verhindern, dass sich die Spanten durch den Druck der Außenhaut nach innen drücken lassen und tragen außerdem das Deck. Auf dem so entstandenen Gerippe wird nun die Außenhaut und das Deck angebracht. Es gibt zwei Hauptarten der Beplankung, Karweel und Klinker. Geklinkerte Planken werden Dachziegelartig überlappend angebracht, während karweele Planken auf Stoß so gegeneinander angebracht werden, dass sie eine glatte Außenhaut bilden. Fisch oder Fischung nennt man die Grätenartig angebrachten Decksplanken, die äußeren, abschließenden Planken, heißen Schandeck oder Schandeckel. Das Deck muss elastisch bleiben, deshalb werden die Decksplanken nicht auf Stoß verlegt, damit sie trotzdem dicht sind, kalfatert (dichtet) man die Nahtstellen. Die Bilge ist der tiefste Punkt des Rumpfes.